Die Kinderuni Grenzach-Wyhlen startete am 25. September in ihr zweites Jahr. Von über 270 angemeldeten Kindern kamen gut 200. Seit Anfang an ist die Kinderuni im Haus der Begegnung. Direkt neben dem Haupteingang holt man sich immer seinen Teilnehmerausweis ab. Im Anschluss muss man noch an der Treppe warten, die nach oben in den Festsaal geht. Erst kurz vor Beginn der Vorlesung kann man in den Hörsaal, wie das Klassenzimmer an einer Universität heißt.
Die Begrüßung machte, wie im vergangenen Jahr schon, Professor Manfred Mutter. Das Thema am ersten Termin in diesem Schuljahr lautete „Wenn Steine reden könnten“. Weil sie das nicht richtig machen, erzählte Professor Dominik Fleitmann interessante Sachen über das Thema. Er ist Geologe und Fachmann für Steine. Auf der Leinwand zeigte er am Anfang, wie die Welt früher vor vielen Millionen Jahren aussah.
Es gibt verschiedene Steine. Manche kommen aus dem Weltraum, manche aus Vulkanen. Die Lava besteht aus geschmolzenem Gestein und kommt so aus dem inneren der Erde zu uns an die Oberfläche. Dort werden die Steine dann gefunden. Professor Fleitmann hatte auch einen Mondstein dabei, der 13 Millionen Jahre alt ist. Den Mondstein hat er bei seiner Arbeit gefunden. Seine Arbeit ist auch manchmal gefährlich. Ein Mal wurde Dominik Fleitmann sogar entführt. Die Entführer dachten, dass er und seine Arbeitskollegen wertvolle Dinge aus der Höhle stehlen wollten. Er musste den Entführern dann erklären, was er in der Höhle macht. Dann wurde er wieder freigelassen.
Am Ende des Vortrags gab es eine Fragerunde. Neu ist in diesem Jahr das Abstimmen mit bunten Karten. So konnten die Kinder sagen, ob sie den Vortrag „spannend“, „nicht so toll“ oder „langweilig“ fanden. Am meisten wurde für „spannend“ abgestimmt. Zum Abschied schenkten Professor Mutter und das Team Professor Fleitmann einen Stein vom Hornfelsen, damit er ihn untersuchen kann.
Für drei Vorlesungen bekommt man ein Diplom. Wer vergangenes Jahr eine Vorlesung verpasst hat, konnte nun sein Diplom bekommen. Noch drei Vorlesungen gibt es. Am 9. Oktober über Verbrechen, am 23. Oktober über Handys und am 6. November, was wilde Tiere in der Stadt suchen.
Kira Rombach, Kinderreporterin der KinderUni Grenzach-Wyhlen
Am 9. Oktober hieß es in der KinderUni Grenzach-Wyhlen “Dem Verbrechen auf der Spur – Biochemie am Tatort”. Professorin Annette Beck-Sickinger von der Universität Leipzig zeigte, wie man einen Tatort untersucht und was man dort finden kann. Bei Tante Mimmi wurde nämlich eingebrochen.
Am Morgen war das Fenster von Tante Mimmi offen und eine Vase kaputt. Also kam ihr Freund Barny (er ist bei der Kriminalpolizei) und hat den Fall gelöst. Es war Mimmis Hund und Mimmi hat vermutlich selbst das Fenster aufgemacht. Wie er das beweisen konnte, erklärte Professorin Beck-Sickinger mit Hilfe der Wissenschaft.
Fingerabdrücke:
Jeder Mensch hat Fingerabdrücke, die ihn oder sie einzigartig machen. Schaut man mit einer Lupe auf die Fingerkuppen (das ist der vordere Teil unter dem Fingernagel), kann man Schleifen, Bogen und Wirbel erkennen. Auch Geschwister haben verschiedene Abdrücke.
Blut:
Die Menschen haben verschiedene Blutgruppen. Es gibt vier verschiedene.
DNA / DNS:
Der genetische Fingerabdruck macht wie die Fingerabdrücke jeden Menschen einzigartig. Die Gene bekommen wir von unseren Eltern. Deshalb können Kinder ähnliche Abschnitte wie Mama, Papa und die Geschwister haben, aber sind nie ganz gleich. Bei Menschen sind es 46 Chromosomenpaare, wie das Grundprogramm unseres Körperaufbaus heißt. Wie Annette Beck-Sickinger auch ausführte, haben Katzen nur 38 Chromosomenpaare, Hunde sogar 78 Paare.
Das Ergebnis des Kommissars:
An der Vase war Blut. Doch die Blutgruppe war die gleiche Gruppe wie Tante Mimmi. Ihr fiel dann wieder ein, dass sie sich mal geschnitten hatte und danach die Vase angefasst hat. Deshalb waren ihre Fingerabdrücke und Blut auf der Vase.
Bei den gefundenen Haaren konnte der Kommissar schon unter dem Mikroskop sehen, dass diese besonders sind. Bei der Gen-Bestimmung fiel sofort auf, dass 78 Chromosomenpaare zu finden sind. Somit war klar: Der Täter war ein Hund!
Tante Mimmi fiel dann wieder ein, dass sie vergessen hat das Fenster zu schließen. Zum Glück war es also doch kein Einbrecher. Das wurde durch die Wissenschaft der Biochemie bewiesen. Als Erinnerung konnten die jungen Studierenden zum Abschluss mit bunten Stempelkissen den eigenen Fingerabdruck auf ein Blatt Papier drucken. Das wurde zuvor von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Kinderuni vorbereitet.
Von Kira Rombach, Kinderreporterin
Am Mittwoch, den 23.10.2024, war in Grenzach-Wyhlen wieder Kinderuni. Das Thema war: «Das Handy als Spion im Hosensack». Die Ökonomin Frau Dr. Anne Scherer hielt uns Kindern diesen Vortrag. Sie erklärte uns: «Was verrät dein digitaler Fussabdruck über dich?» Ausserdem erklärte sie uns, dass der digitale Fussabdruck gar kein richtiger Fussabdruck ist und dass in ihm alle unseren persönlichen Daten gespeichert werden.
Es ist spannend und verblüffend, wie und vor allem wie viel das Handy / der Spion diese ganzen Sachen über uns herausfindet. Sie erzählte uns auch, dass sie sich schon immer für dieses Thema interessierte, aber es auch sehr viel Zufall war, dass sie zu ihrem Beruf gekommen ist. Sie studierte auch Maschinenbau, also hatte sie eigentlich schon immer mit Technik zu tun.
«Wichtig ist es auch», erklärte sie uns, «dass man bewusst und vorsichtig Daten und Sachen von sich im Internet teilt, denn das Internet vergisst nichts und nie! Und umso mehr persönliche Dinge ihr teilt, desto genauer wird das Bild von euch (wenn man sich die Infos wie Puzzleteile vorstellt, die das Internet dann zusammensetzt).»
Die Kinder hatten viel Spaß und Freude an diesem Vortrag und fanden ihn sehr toll und interessant!
Nea Leimbacher, Kinderreporterin
Was suchen wilde Tiere wie z. B. Füchse, Rehe oder Wildschweine bei uns in der Stadt? Das ist eine gute Frage, die uns am 6. November der Philosoph Prof. Markus Wild an der Kinderuni Grenzach-Wyhlen beantwortete. Professor Wild ist von der Uni Basel zu uns gekommen und hat uns diesen spannenden Vortrag gehalten.
Bevor der Professor aber richtig mit dem eigentlichen Thema begonnen hat, zeigte er uns ein Foto von seinem Haustier, sein Hund Titus.
Er erzählte uns, dass er seinen Hund gerne mitgebracht hätte, dieser sei aber schon älter und hätte bei diesem spannenden Vortrag nicht so gut schlafen können. Sein Hund habe ihm aber den Auftrag gegeben, uns Kindern fünf Fragen zu stellen:
Nun konnte die eigentliche Vorlesung beginnen:
Prof. Wild erklärte uns, dass Füchse, Rehe und Wildschweine in die Stadt kommen, weil es dort erstens viel gutes Futter gibt, sie zweitens einen guten Schlafplatz finden und weil drittens in der Stadt nicht geschossen werden darf und die Autos in der Stadt nicht so schnell fahren dürfen wie auf dem Land. Dies alles nimmt den Tieren Stress ab, sie haben mehr Ruhe, weil sie nicht so viele Feinde haben und es in der Stadt weniger kalt ist.
Wenn Füchse in der Stadt leben verändern sie sich. Sie werden zwar nicht schlauer, dafür aber mutiger. Wenn Füchse in der freien Natur leben haben sie sehr viele Ähnlichkeiten mit dem Wolf, doch wenn sie in der Stadt leben und sich an die Stadt anpassen, haben sie mehr Ähnlichkeiten mit dem Haustier Hund. Diese Veränderungen geschehen über wenige Generationen.
Dann zeigte er uns ein Foto von einem Tor eines Parks, wo ein Schild daran hing. Auf dem Schild stand, dass in dem Park ein Babyfuchs lebt und man ihn bitte nicht streicheln und füttern soll. Gleich danach besprachen wir alle zusammen die Regeln für das Leben mit wilden Tieren in der Stadt.
Die Regeln sind:
Danach sagte uns Herr Prof. Wild auch noch, dass Dachse in England eine große Plage waren und man die Dachse töten wollte. Viele Menschen aber wollten den Dachsen helfen, indem sie sich als Dachs verkleideten und so auf die Straße gingen.
Nachdem der Professor uns auch noch Fotos von den verkleideten Menschen gezeigt hatte, erzählte er uns noch eine Geschichte. Er hat einmal in einer großen Stadt gewohnt. Als er dort einmal an einer Ampel stand, sah er plötzlich, dass neben ihm ein Fuchs hockte. Als die Ampel grün wurde, ging der Fuchs mit ihm über die Straße, nur viel schneller als er. Danach erklärte er uns, dass der Fuchs nicht weiss, was die Ampelfarben bedeuten, aber er merkt, dass wenn die Leute über die Straße gehen, er auch gehen kann.
Zum Schluss gab es wie immer eine Fragerunde und auch ich durfte dieses Mal eine Frage stellen.
Dieser Vortrag war super super spannend und das fanden alle anderen Kinder auch!
Ich frage mich wirklich, wie er so viel in nur 30 Minuten erzählen konnte!
Nea Leimbacher
Oberbadisches Volksblatt, 26. Oktober 2024
Wissen kann so viel Spaß machen
Die voriges Jahr gegründete KinderUni in Grenzach-Wyhlen ist ein durchschlagender Erfolg. Zum Auftakt des zweiten Semesters am Mittwochnachmittag war das Haus der Begegnung rappelvoll mit wissbegierigem Nachwuchs. Das Thema der Vorlesung lautete: „Wenn Steine reden könnten“.
Oberbadisches Volksblatt, 26. Oktober 2023
KinderUni ist ein Riesenerfolg
Knapp 300 vorwiegend junge Zuschauer sehen die Show der „Physikanten“ zum Abschluss des ersten Semesters der KinderUni Grenzach-Wyhlen. Danach stand ein Empfang zum 25-Jahre-Jubiläum des Fördervereins Kinder, Jugend und Kultur (KiJuKu) an.
Oberbadisches Volksblatt, 12. Oktober 2023
Am Mittwoch war der Saal mit 250 Kindern noch voller als bei der Premiere. Die zweite Vorlesung der KinderUni im Grenzacher Haus der Begegnung war erneut ein Erfolg. Kamen zum Auftakt noch 180 Kinder von acht bis zwölf Jahren, waren es am Mittwoch nun sogar rund 250 junge Besucher.
Oberbadisches Volksblatt, 28. September 2023
KinderUni legt tollen Start hin
Der Auftakt der Kinderuni Grenzach-Wyhlen ist mit 225 Anmeldungen schon zur Premiere ein voller Erfolg. Über 180 Kinder von acht bis zwölf Jahren erfahren Wissenswertes über den Weltraum.
Die Oberbadische, Dienstag, 20. Juni 2023
In Grenzach-Wyhlen ist eine KinderUni gegründet worden. Sie ist die vierte „KinderUni auf dem Land“ in Baden-Württemberg, dabei aber die einzige, die an keine Hochschule gekoppelt ist. Das Angebot für Acht- bis Zwölfjährige startet nach den Sommerferien.